Uni Wels: Hört der Föderalismus in Linz auf?2 min read

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Der großartige Erfolg für Oberösterreich, Standort einer neuen Technischen Universität mit Schwerpunkt Digitalisierung zu werden, hat naturgemäß die genauere Standortfrage ausgelöst. Neben dem von der Landespolitik favorisierten Standort Linz haben sich auch andere Städte ins Spiel gebracht. Auch Wels.

Kommentar von Martin Stieger

Wels ist Standort der FH Oberösterreich und hat den damaligen Wettbewerb darum mit einem guten Konzept gewonnen. Warum soll Wels daher nicht auch Universitätsstadt werden? Oberösterreichs Landespolitiker fordern zu Recht Föderalismus für den Bundesstaat Österreich ein und da hört man dann oft die Forderung, bei der Ansiedelung von Bundesbehörden nicht nur auf Wien zu schauen. Leider hört die Diskussion über Föderalismus schnell auf, wenn es um Angelegenheiten im eigenen Bundesland geht. Dann vergisst man schnell, dass Oberösterreich nicht nur aus der Landeshauptstadt Linz besteht.

Gerade die Nähe zur FH Oberösterreich und das industrielle und technische Umfeld prädestinieren Wels für eine Technische Universität (TU). Die nötige und sinnvolle Zusammenarbeit der neuen TU mit der Universität Linz würde darunter sicher nicht leiden. Den oberösterreichischen Lehramtsstudierenden wird zugemutet, Teile ihres Studiums an der Universität Salzburg (!) zu absolvieren. Warum sollte daher die neue TU am Standort Wels nicht mit der JKU kooperieren können? Und wenn wir schon den Vergleich mit Wien suchen, der räumliche Abstand TU Wels und JKU wäre auch nicht größer als derjenige einzelner Institute der Uni Wien, die in der ganzen Stadt verstreut angesiedelt sind.

Wichtig ist beim Wettbewerb der Standorte nun auch noch, dass nicht jeder Welser Kommunalpolitiker den in Aussicht genommenen Welser Standort in den Medien kritisiert, sondern dass verantwortungsbewusst an einem geeigneten Konzept gearbeitet wird – denn das hat schon einmal geklappt – siehe Ansiedelung der FH OÖ in Wels.